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Markus J. Wicki

Seit 1997 ist Markus Wicki Eigentümer des HIRSCHEN OBERKIRCH. Er pflegt die Tradition mit seinem handwerklichen Können und leitet zugleich den Betrieb.

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     Foto: © HIRSCHEN OBERKIRCH  




Die Tatsache, dass seine 2 Brüder Thomas und Andreas mit dem Down Syndrom geboren sind, hat die ganze Familie geprägt. Schon der Vater Julius Wicki förderte und integrierte seine behinderten Söhne voll und ganz; in einer Zeit, in der solche Behinderungen versteckt wurden bzw. ein Tabuthema waren. Dies hat den diplomierten Hotelier dazu bewogen, seine Brüder im Betrieb zu beschäftigen und somit bietet er ihnen auf einem hohen, gastronomischen Niveau eine aussergewöhnliche Plattform, die oft auch polarisiert. Die Devise ist, lernen damit umzugehen, zu integrieren und so das „Normale" mit dem „Aussergewöhnlichen" zu leben. „Wir sind anders... und das gerne... und aus voller Überzeugung!"

„Das Leben ist zu kurz, um Pilze zu füllen."

Nach der Kochlehre in Zürich folgten für Markus Wicki diverse Saison- und Jahresengagements wie Albeina (Klosters), Adler (Nebikon), Olivella (Morcote), Palace (Gstaad), Chez Max (Zoillkon), Stucki Bruderholz (Basel) und Laurent (Paris).

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     Foto: © HIRSCHEN OBERKIRCH  

Es folgten... Lehrmeisterkurs, staatliche Wirteprüfung, Auslandsaufenthalte in Italien, Spanien, England, Frankreich und Australien, sowie diverse Stages und Kochevents im In- und Ausland, Weinseminare, Administrationskurs, diverse handwerkliche Praktika und fachbezogene Weiterbildungen... als Vorbereitung für den Wechsel in das Management der Hotellerie.

Danach kamen Stationen im F&B und Réception-Bereich Lenkerhof (Lenk), als Stv. Direktion im Hotel Fürigen (Fürigen am Bürgenstock) und im Hotel Säntispark (Abtwil). Parallel zu diesen Tätigkeiten absolvierte Markus Wicki erfolgreich das Seminar für Unternehmensführung mit dem Abschluss Diplomierter Hotelier SHV/VDH. Zur persönlichen Weiterentwicklung liess er sich nebenbei während 14 Jahren zum klassischen Tenor ausbilden.

Zwischendurch unterstützte er immer wieder seine Eltern im HIRSCHEN Oberkirch, die mit ihrer Freude am Umgang mit Menschen und dem engagierten Einsatz für die Gastronomie Markus Wicki die wesentlichen Grundsteine für seinen Weg gelegt haben. Insbesondere prägte ihn sein Vater, der sich als perfekter Gastgeber nicht nur um das leibliche Wohl seiner Gäste kümmerte, sondern ihnen immer auch in allen Lebensfragen mit Rat und Tat zur Seite stand.

Seit 1997 ist Markus Wicki Eigentümer des elterlichen Gastronomiebetriebes und der dazugehörenden Immobilien. Ausschlaggebende Beweggründe für die Übernahme der elterlichen Geschäfte waren seine Brüder Thomas und Andreas (mit der Behinderung Trisomie 21 geboren), die er in seinem Betrieb in der Küche und im rückwärtigen Dienst integriert. Darüber hinaus stellte Markus Wicki sich den wirtschaftlichen Herausforderungen bedingt durch den Generationenwechsel.

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     Foto: © HIRSCHEN OBERKIRCH  

Die kurzfristigen Ziele waren die finanzielle Sanierung der Immobilien und der Geschäfte, sowie Erhaltung und Verbesserung der baulichen Substanz... um Tradition und Moderne in Einklang zu bringen und zukunftsfähig zu machen. In der Zwischenzeit ist die Restauration umgebaut, die rückwärtigen Räume sind gänzlich saniert und somit ist alles technisch sowie baulich auf „Vordermann". Die nächsten Projekte sind der Umbau der Hotelzimmer, ein Neubau für Hotel- und Geschäftsbereich neben dem historischen Haus und die Sanierung eines Mehrfamilienhauses.

Die vielfältigen Erfahrungen von Markus Wicki haben sich herumgesprochen und zu diversen Beratungsanfragen hinsichtlich Geschäftsführungsthematiken sowie Planung, Einrichtung und Optimierung von Arbeitsabläufen geführt.

Die prägendsten Personen auf dem beruflichen Weg waren:

Max Kehl, bei dem er viel Verantwortung übernehmen durfte und schlussendlich als Küchenchef am ersten Concours CSI in Zürich 1988 die Leitung von Kehl´s Gourmetrestaurant innehatte. Bei verschiedensten Gastkochanlässen, Gala-Diners, Sportveranstaltungen, Caterings und privaten Partys hat Markus Wicki Max Kehl bis zu seinem Tod regelmässig begleitet. Auf geniale und zugleich unübertroffene feinsinnige Art und Weise verstand es Max Kehl, immer neue Geschmacksvariationen verblüffend zu kombinieren.

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     Foto: © HIRSCHEN OBERKIRCH  

Hans Stucki, dessen Stellvertreter er werden durfte und so mit der vollständigen Leitung und Führung der Küche betraut wurde. In besonderer Erinnerung bleibt die Feier anlässlich seines 60. Geburtstags, welche in seinem eigenen Betrieb ausgerichtet wurde. Hans Stucki gehörte zu den wenigen Menschen, der eine kompromisslose Bodenständigkeit mit einer unvergleichlich herausfordernden, aber zugleich motivierenden Art verband.

Beide Chefs haben bis heute durch ihr Können und Wissen sowie ihre Pionierarbeit Standards gesetzt. Sie waren nicht nur Profis, sondern auch ganz besondere Menschen, die zu väterlichen Freunden und Mentoren für den jungen Hotelier wurden.

Aufgrund guter Zusammenarbeit mit einem Journalisten - für ein Buch mit Hans Stucki - durfte Markus Wicki als „Dankeschön" mit zu einem seiner besten Freunde, Alain Chapel, nach Mionnay reisen. Aus diesem Aufenthalt in Frankreich entstand ein für Markus Wicki auch heute noch unglaubliches freundschaftliches Verhältnis zwischen einem jungen Berufsmann und dem wahrscheinlich besten und grössten Koch aller Zeiten auf dieser Welt, der ihn zutiefst beeindruckt hat.

Im Management waren vor allem Thomas A. Strebel (Lenkerhof) und Bruno Walter (Säntispark) Vorbilder hinsichtlich kaufmännischer Geschäftsführung und Hotelmanagement.

Weitere beeindruckende berufliche Chefs / Wegbegleiter waren bzw. sind vor allem das dreiköpfige Führungsteam vom Palace in Gstaad: Peter Wyss, Wolfgang Weissert, Hugo Weibel, sowie Gerd Reber, Giorgio Locatelli, um nur einige zu nennen. Nicht zu vergessen sind natürlich einige ganz tolle Arbeitskollegen, mit denen auch bis heute ein sehr guter freundschaftlicher Kontakt besteht.

Aktuelle Auszeichnungen
Gault Millau: 14 Punkte 2011

Er ist Mitglied bei den Jeune d`Restaurateures Schweiz

Interview an den Chefkoch

Wie würden Sie Ihren Kochstil bezeichnen?
Ehrlich frisch unverschnörkelt mit dem obersten Ziel die beste Aromatik eines Produktes zu erhalten.

Haben Sie ein Lieblingsgericht?
Ich esse alles was gut zubereitet ist.

Wer oder was hat Sie bei Ihrer beruflichen Entwicklung geprägt?
Mein Vater und Chefs wie Max Kehl und Hans Stucki; stake und gradlinige Charakteren.

Weitere Information
Restaurant Hirschen Oberkirch

Quelle HIRSCHEN OBERKIRCH

Veröffentlicht am 16.07.2011