top
RSS Icon

Lookcook stellt vor


Enrico & Roberto Cerea

© Relais Chateaux

Vom Zaubertrank der Spitzenköche




Nein, optisch haben Enrico und Roberto Cerea wirklich nichts mit dem etwas kräftigen Hinkelsteinlieferanten Obelix gemeinsam. Und auch geografisch liegen Gallien und die Lombardei weit auseinander. Doch wie lassen sich die gewissermaßen fast übernatürlichen Kochkünste der beiden Brüder erklären? In den elterlichen Kochtopf sei er gefallen, sagt Enrico. So steht es auf der Website des Restaurants Da Vittorio, was an den dicken Gallier erinnern lässt, der als Kind in den Kessel voll Zaubertrank gefallen ist. Doch nur mit Wildschwein wie der gewichtige Obelix gibt man sich im Da Vittorio nicht zufrieden. Die Gäste erwartet eine Küche der Spitzenklasse, die zu den besten Italiens zählt. Und das seit mehr als 44 Jahren.

© Relais Chateaux

Das Da Vittorio hat Tradition, die aus einer langen Familiengeschichte besteht. Denn alle fünf Kinder von Bruna und Vittorio Cerea, die in der Küche ihres damals eröffneten Restaurants aufgewachsen sind, arbeiten heute noch im Familienbetrieb mit und sind mittlerweile für den wachsenden Erfolg mitverantwortlich. Enrico war der erste unter den Sprösslingen, dem die Liebe zur Gastronomie in die Wiege gelegt wurde. Unter der Führung seines Vaters lernte er schnell und zudem auch das, was auf dem Weg zum Spitzenkoch unabdinglich ist: Seriosität und Professionalität. Das Wichtigste aber brachte er selbst mit: eine unbändige Leidenschaft für die Kulinarik. Während seine Altersgenossen ihre Freizeit und ihre Ferien auf dem Fußballplatz verbrachten, widmete sich Enrico Cerea der Kunst der Küche. Getreu dem Motto "Jugend forscht" war er stets den Geheimnissen des Kochens auf den Spuren. Und wo lassen sich diese besser finden als in den Spitzenrestaurants dieser Welt? Sein abgeschlossenes Sprachstudium half ihm, sich überall schnell zu integrieren. Seine Lehrmeister klingen dabei wie das Who´s who der besten Köche der Welt, denn darunter finden sich Heinz Winkler in Aschau, Sirio Maccioni in New York, Georges Blanc in Vonnas und Ferran Adrià im legendären El Bulli. Von seinen Reisen brachte er das ganze Spektrum der kulinarischen Trends und Techniken mit, aber auch eine gehörige Portion Entschlossenheit, die Küche des Elternhauses weiterzuentwickeln.

© Relais Chateaux - Da Vittorio

Den Weg nach Salzburg tritt Enrico gemeinsam mit seinem Bruder Roberto an. Letzterer wuchs - wie seine Geschwister auch - von Kindesbeinen an mit der Haute Cuisine der Eltern auf. Die Hingabe des Vaters übertrug sich und Roberto lernte schnell die Techniken und Grundlagen eines Spitzenkochs. Aber auch er wagte den Blick über den Tellerrand, nahm an Kursen am Richemont-Zentrum in Luzern und an der Ecole Lenôtre in Paris teil. Und wie es sich für einen Koch erster Güte gehört, folgten auch bei ihm Wanderjahre durch die besten Restaurants der Welt, darunter bei den unvergessenen Gebrüdern Troisgros in Roanne und bei Roger Verger an der Côte d´Azur, bevor er in das Restaurant der Familie nach Bergamo zurückkehrte. Mittlerweile hat Roberto die Primi Piatti zu seiner großen Leidenschaft gemacht, die seit je Spielraum für verlockende Geschmacksvariationen bieten.

© Relais Chateaux - Da Vittorio

Der Ort für das tägliche Schaffen des Brüderpaars könnte schöner nicht sein. Denn nicht nur die Küche, auch das Anwesen steht im Zeichen von höchstem italienischem Stil und Eleganz. Das Da Vittorio ist in einer Traumvilla, die in der Nähe von Bergamo inmitten eines großflächigen Landguts mit zwei Seen liegt, zu Hause. Andere würden beim Blick auf das Geschaffene nun vielleicht die Nase hoch tragen, die Cereas tun genau das Gegenteil und stecken sie lieber in Kochtöpfe. Auch wenn das Da Vittorio nur eine halbe Stunde von der Modestadt Mailand entfernt liegt: Die Küche der Cereas lässt sich von aktuellen Trends nicht beeindrucken, sondern folgt ihrem eigenen Stil. Beständigkeit und die Liebe zum Detail sind ihre Hauptzutaten. Sorgfältig ausgewählte Produkte werden traditionell verarbeitet. Zwar setzen Enrico und Roberto auch neue Techniken ein, aber nur so lange, wie sie den Geschmack und die Güte der Zutaten nicht beeinflussen. Enricos größte und unbändigste Leidenschaft gilt dem Süßen, das er auch zum Mittelpunkt seiner kulinarischen Forschungen gemacht hat. Die Ergebnisse sind in seinem Buch Peccati di Gola nachzulesen, in dem sich 36 Dessertrezepte voller Fantasie finden. So ist es auch kein Wunder, dass das Da Vittorio eine traditionelle Patisserie sein Eigen nennt, in der täglich bis zu 30 verschiedene Kuchen, Desserts und Schokoladen angeboten werden. Seinen jüngsten schriftstellerischen Kraftakt unternahm Enrico gemeinsam mit Roberto und Paolo Rota: DAMARE, ein Buch mit 40 Rezepten aus rohem Fisch.

© Relais Chateaux - Da Vittorio

Der süße Geschmack des Erfolgs im Da Vittorio: Im Jahr 2010 wurde das Da Vittorio erstmals im Guide Michelin Italia mit drei Sternen ausgezeichnet und zählt zu den exklusivsten Gourmet-Restaurants dieser Welt.

Interview an den Chefkoch: 

Enrico Cerea

Wie würden Sie Ihren Kochstil bezeichnen?
Praktisch, einfach und konzentriert auf das Aroma und den Geschmack der Rohstoffe, welche von höchster Qualität sein sollten. Denn diese Qualität sind wir unserem Beruf und vor allem unseren Gästen schuldig.

Haben Sie ein Lieblingsgericht?
Da bin ich gierig, ich habe mehrere.

Warum ist Koch Ihr Traumberuf?
Es ist mein Leben!

Wer oder was hat Sie bei Ihrer beruflichen Entwicklung geprägt?
Ich hatte viele hervorragende Lehrer aus ganzer Welt, doch der beste war mein Vater. Er lehrte mir so viel, damit ich die Liebe und die Leidenschaft zum Kochen entdecken konnte. Er hatte mir alle Grundlagen und Erfahrungen in seinem Leben mit mir geteilt.

Restaurant

Da Vittorio - St. Moritz im Carlton Hotel

Gastkoch
Zu Gast bei Salvatore Frequente, Carlton Hotel***** Superior, 19. St. Moritz Gourmet Festival 2012
Zu Gast im Restaurant „ Ikarus„ Hangar- 7 / Jänner 2011

Quelle Red Bull Hanga- 7 GmbH Fotos: © Relais Chateaux "Da Vittorio"

Veröffentlicht am 08.02.2016