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Deutschland kocht - TV Köche im Einsatz

Das „Diskussions-Büffet“ war reich gedeckt und über das Genre „Kochen“, dasaktuell mit rund 90 Koch-Shows und über 50 Programmstunden pro Woche inden deutschen Wohnzimmer flimmert, wurde viel geredet.Zwar war man sich einig, dass die Sender die Koch-Shows mit reichlich Prominenz, Singles, Reiseerlebnissen oder Duellen aller Art anreichern, der so entstandene Koch-Boom grundsätzlich aber zu begrüßen ist.

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    © busche.de   /www.busche.de

Das Kochen im TV auch mal ganz ohne Worte auskommt, stellte der Österreicher Patrick Müller klar. Mit seinen 72-Folgen, die selbst zur Sendezeit von 0.55 Uhr noch die 2%-Quote übersprangen, vertrat er ein Konzept, für das ihn der Sender zwar als redegewandten Koch gesucht hatte, er dieses dann aber ohne Worte zum Erfolg brachte. Der österreichische „Tim Mälzer“ ist anders als Andere und das „über Kochen schon alles gesagt ist“, seine These. Als „Typ“ mit Ecken und Kanten kochte er sich schweigend in die Herzen seiner Fans. Zu denen zählt auch Spitzenkoch Lothar Eiermann. Er verriet, dass sich seine Küchenmannschaft und er zu den regelmäßigen Zuschauern zählen und das Konzept „Silent Cooking“ durchaus eine beachtenswerte Leistung sei.

Johann Lafer

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    © busche.de   /www.busche.de

Der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Groebel begründete den Boom der Koch-Shows mit dem Verlangen der Zuschauer nach „Heile-Welt-Themen“ im Fernsehen. Neben Krimis, Gerichtsshows & Co sei kochen im TV eines der Refugien, in denen der Zuschauer einfach mal so zwischen Mandarinenschauen und Gänsebraten abschalten kann. „Leichte Kost“, keine Gewalt, unterhaltende Kommunikation und die Fröhlichkeit der Menschen lassen eine romantische Atmosphäre entstehen, die von der Gesellschaft gerne konsumiert wird. Nebenbei merkte Groebel auch an, dass Mälzer & Co nicht unerheblichen Anteil daran haben, dass auch das Berufsbild „Koch“ in einem neuen Licht steht. Dadurch, dass die Shows den Koch als „Star“ zeigen, wird dieser plötzlich zum Vorbild einer ganzen Generation. Die Koch-Stars schaffen mit Ihrem Wirken Perspektiven und Leitbilder für junge Berufsanfänger. Das Kochhandwerk ist „salonfähig“ geworden.

RTL2, die den klassischen Bildungsauftrag des Fernsehens eher bei den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten sehen, rückt die Unterhaltung der Zuschauer in den Fokus. Programmdirektor Axel Kühn provezeit „Kochen & Essen“ im TV noch ein langes Leben. Ein Übermaß an Sendungen kann er noch nicht feststellen.

Zu unterschiedlich seien die Konzepte. Kühn stellte heraus, dass neben den RTL2-Formaten genügend weitere Sendeangebote für die kulinarischen Zielgruppen im Markt vorhanden sind. Profis, Laien, Doku-Typen – alle kommen auf Ihre Kosten und Langeweile oder Überdruss haben sich noch lange nicht bei dem Zuschauer eingestellt.

Der Spartensender „tv.gusto“, der zu 100% von kulinarischen Themen lebt, wurde vertreten durch Jörg Schütte. Schütte vertrat die Ansicht, das kochen nicht immer nur ernst sein muss. Spaß und der unterhaltende Transport von Wissen über Lebensmittel, Küchenutensilien etc. müssen zwar respektvoll der Sache an sich gegenüber geschehen, bieder und steif dürfe es im TV aber nicht zugehen. „tv.gusto“ ist es wichtig, sich mit seiner „Community“ ganzheitlich zu beschäftigen.

Knut Günther mahnte den generellen Werteverfall der Gesellschaft an. Längst vergessene Rezepte wie „eingelegte Wallnüsse“ oder auch Tischmanieren müssen verstärkt von den Medien aufgegriffen und thematisiert werden. Günther stellte kritisch fest, dass zwar kochen im TV en vogue ist, alte Traditionen dabei aber vernachlässigt werden.

Mit einer von Christian Scharrer ausgerichtete Küchenparty und den sensationellen Desserts von Gastkoch Marc Fosh (Read’s Hotel Mallorca) ging der Branchentreffnoch bis weit in die Nacht hinein.

Eine Bildergalerie des „Busche Branchentreffs“ steht ab dem 24.04.2008 imInternet unter www.schlemmer-atlas.de zur Verfügung.

Der „Busche Branchentreff" hat sich als jährlich wiederkehrender Branchen-Event positioniert und ist ein fester Termin in den Kalendern der deutschen Spitzengastronomie. Der Busche Verlag, ein seit über 30 Jahren im Bereich der Hotellerie und Gastronomie tätiges Unternehmen und Herausgeber des „Schlemmer Atlas“, setzt sich als Förderer der kulinarischen Esskultur und für das Ansehen der deutschen Spitzengastronomie ein.

Die fünf Podiumsteilnehmer Prof. Dr. Jo Groebel (Direktor Deutsches Digital Institut), Axel Kühn (RTL2-Programmdirektor), Knut Günther (Vorstand des Vereins zur Förderung der Tafelkultur e.V.), Patrick Müller (3sat Fernsehserie „Silent Cooking“) und Jörg Schütte (Geschäftsführender Gesellschafter tv.gusto)diskutierten über den Bildungs- und Unterhaltungswert kulinarischer Sendeformate.

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    © busche.de   /www.busche.de

Quelle www.busche.de

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Veröffentlicht am 16.06.2008