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Weingut Tipp


Weingüter Wegeler

Drei Generationen, zwei Gutshäuser eine Passion

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     Foto: © Weingüter Wegeler  

Wer heute auf Riesling setzt, ist gut beraten. Denn Riesling ist wieder da, wo er zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts schon einmal war: Ganz oben, ganz vorn. An die Spitze wollen auch viele engagierte Weinmacher. Doch nur wenigen gelingt es, sich dort einen Platz zu erkämpfen und diesen auch zu behaupten. Die Weingüter Wegeler haben seit über 100 Jahren in der ersten Reihe Platz genommen. Mit Spitzen-Rieslingen. Auch Anja und Dr. Tom Drieseberg, die seit 1998 die Geschicke der Familie vom Gutshaus im Rheingau aus leiten, fühlen sich der königlichen Rebsorte verpflichtet. Riesling ist ihre Passion, mit Riesling wird getafelt und getauft, und so ist es nicht verwunderlich, dass auch ihr Privathaus den Namen Villa Riesling trägt.




Die Geschichte des Rieslings ist eng mit der Geschichte der Weingüter Wegeler verbunden. Nachdem Geheimrat Julius Wegeler eine Deinhard Tochter geheiratet hatte und ihr Vater August Deinhard überraschend verstorben war, wurde Wegeler, bisher Export-Beauftragter der berühmten Sektkelle-rei, mit der Leitung der Firma beauftragt. Das Unternehmen florierte und so entschloss man sich, 1882 auch ein Weingut zu erwerben. Im Rieslingland Rheingau. Die Weinberge in Rüdes-heim und Oestrich-Winkel gehören noch heute zum Familien-besitz der Wegelers - ebenso wie das Herrenhaus. Hier in Oestrich-Winkel am Friedensplatz hat die Weinguts-Verwaltung ihren Sitz.
Der Gesamt-Besitz der beiden Wegeler Gutshäuser im Rhein-gau und an der Mosel beträgt zur Zeit 60 Hektar. Mit 48 Hektar Rebfläche im Rheingau zählt der Betrieb zu den großen Er-zeugern in der Region. Und groß sind auch die Weine, die hier vinifiziert werden. Der Löwenanteil wächst in Lagen, die als „Erste Gewächse" klassifiziert sind. Doch was dann tatsächlich als erstes Gewächs auf den Markt kommt, wird sensibel und mit Bedacht ausgewählt. Allen voran die Parade-Schlückchen aus dem weltberühmten Rüdesheimer Berg Schlossberg. Von Hand gelesen, mehrmals selektiert und trocken ausgebaut. Riesling in höchster Vollendung.

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     Foto: © Weingüter Wegeler  

Weinlegenden à la Wegeler:

Hat schon Weingeschichte geschrieben: Der sagenhafte Ge-heimrat „J"
Rund hundert Jahre nach dem Erwerb der ersten Rebhänge durch Geheimrat Julius Wegeler hatte der damalige Gutsver-walter Norbert Holderrieth eine folgenschwere Idee. Zu Ehren des Firmenbegründers Julius Wegeler stellte er in einer Cuvée eine große trockene Spätlese aus den besten Riesling-Parzellen im Rheingau zusammen. Das war die Geburtsstunde des legendären Geheimrat „J". Nicht in jedem Jahr reicht die Trau-benqualität aus, um diesen Spitzenwein auf die Flasche und ins Glas bringen zu können. Dann wird ausgesetzt, und die Hoffnungen aller Geheimrat „J" Fans richten sich auf den nächsten Jahrgang. Er wird erst kurz vor Weihnachten des Folgejahres trinkreif. Doch auf sein Eintreffen wartet man nur allzu gerne. Seit 1987 gibt es auch einen Premium-Sekt, Rhein-gau Riesling Brut, der den Namen des Geheimrats trägt. Ge-krönte Häupter wie Kaiser Hirohito von Japan und die Queen von England ließen sich die edlen Perlen auf der Zunge zer-gehen. Und beim Staatsbankett in Berlin empfing Bundesprä-sident Köhler seinen Ehrengast, den chinesischen Staatspräsi-dent Jintao Hu, mit einem Sektglas, gefüllt mit Geheimrat „J".

Schreibt seit 300 Jahren Weingeschichte: Der Bernkasteler Doctor
Mit 14 Hektar Rebland in besten Lagen sind die Weingüter Wegeler auch an der Mosel vertreten. Wieder war es Julius Wegeler, der mit kaufmännischem Verstand und ausgepräg-tem Gespür für Qualität aktiv wurde. Für sagenhafte 100 Gold-Mark pro Rebstock kaufte er den größten Teil des berühmten Bernkasteler Doctor-Weinbergs. Soviel Geld war bisher noch nie für einen einzelnen Weinstock ausgegeben worden. Der Kaufvertrag ging als teuerste Weinbergstransaktion in die deutsche Weingeschichte ein. Doch Wegeler wusste ganz genau, was er tat, denn der Weinberg ist seit Anfang des 18. Jahrhunderts für seine Ausnahme-Rieslinge bekannt. Die Inves-tition machte sich mehr als bezahlt. Noch heute besitzen die Weingüter Wegeler den größten Anteil der Rebfläche im Bernkasteler Doctor. Die Rieslinge aus dem Doctor sind regel-mäßig Qualitätsführer im internationalen Vergleich und wer-den mit Auszeichnungen überhäuft.

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     Foto: © Weingüter Wegeler  

Das Gutshaus in Bernkastel geht auf das Jahr 1903 zurück. Es wurde nach den neuesten weinbautechnischen Erkenntnissen gebaut. Errichtet nach den Regeln der Gravitation garantiert es schonende Traubenverarbeitung über kurze Wege. So wird zum Beispiel das Gefälle im Kelterhaus ganz bewusst ausge-nutzt, damit keine Pumpen eingesetzt werden müssen. Die his-torischen Keller mit Tonnen- und Kreuzgewölben sind der Stolz der Familie. Im Gutshaus mit zünftigem Probier-Zimmer werden regelmäßig Verkostungen durchgeführt. Und wenn der Doctor dann ins Glas kommt, sind sich alle einig: Dieser Wein ist ein Geschenk des Himmels. Den sollte es auf Rezept geben.

Das 1973 begonnene Engagement für das Gutshaus in der Pfalz wurde Ende 2006 beendet. Auch von der Sektkellerei Deinhard in Koblenz hat sich die Familie Wegeler 1997 ge-trennt. Eine gute Entscheidung, die der vierten Generation im Hause Wegeler Spielraum gibt, sich voll und ganz auf ihre Lei-denschaft zu konzentrieren: Den Riesling in Höchstform. Die fünfte Generation steckt noch in Lederhosen, trägt mit dem Namen Julius ein großes Erbe mit sich rum, und zeigt derzeit noch mehr Begeisterung für quietschgelbe Limo als für erste Gewächse. Doch bisher sind alle Familienmitglieder irgend-wann dem König der Weißweine verfallen. In zwanzig Jahren dürfte auch der kleine Julius so weit sein.

Quelle PR Profitable

Veröffentlicht am 19.08.2011